typography
Über Typografie zu schreiben ist eine zwiespältige Angelegenheit. Was lehr- und lernbar ist, lässt sich schnell sagen. Vieles geht aber darüber hinaus, denn die Typografie gibt es nicht. Letztlich wäre das ja ein Verzicht auf den unendlichen Reichtum und die Fülle gestalterischer Ausdrucksmöglichkeiten.
Deshalb geht es immer um neue Möglichkeiten in der Gestaltung, sie zu suchen, zu finden außergewöhnliche (Ausdrucks)-Möglichkeiten sie auszuprobieren, weiter zu verfolgen, sie für den Alltag zu prüfen. Immer geht es um Kommunikation, um Kommunikation, der es nicht nur auf Inhalte ankommt, sondern bei der es auch um Stimmungen geht. Karl Gerstner betonte, dass es für das typografische Produkt drei Parameter gibt: Form, Funktion und Ausdruck. Wenn Ausdruck das Ziel der Typografie ist, müssen wir darüber nachdenken, wie dies zu bewerkstelligen ist.
An dieser Stelle beginnt die gestalterische Arbeit mit allen Facetten, auch den handwerklichen, die wichtiger Bestandteil der Gesamtqualität einer Arbeit sind. Ein Text muss gelesen werden können, man muss ihn verstehen, aber wir wollen ihn auch unterhaltender machen, wir entwerfen also typografische Bilder. Um das zu schaffen, müssen wir wissen, welche Wirkung erreicht werden soll. Es beginnt eine Erfindungsgeschichte möglicherweise in vielen kleinen Schritten. Wenn wir von "Typografie zum Betrachten" sprechen, ist damit nicht Dekoration gemeint, auf die man auch verzichten kann. Der Betrachter sieht schließlich zuerst den Auftritt der prägt sein Urteil. Wir dürfen von den Lesern nicht erwarten, dass sie alles Gedruckte begierig aufnehmen.
Deshalb: originelle und treffende Umsetzung als visuelles Ereignis und Ausdruck der Freude am Gestalten.






