Willkommen an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Nürnberg
Institut für Energie und Gebäude

SeKom

Seniorengerechte Kommunikationszentralen unter Verwendung von Fernsehgeräten und geeigneter Peripherie

 

Förderung durch die Paul-und-Helene-Metz-Stiftung


Ausgangslage

Die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland zeigt, dass im Jahre 2030 jeder vierte Bürger das 65. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben wird. Bereits heute nähert sich der Anteil Hochbetagter (75 Jahre oder älter) in fast allen nordbayerischen Städten der 10% Marke (Quelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung).
Die meisten älteren Menschen – und dieser Trend wird sich eher noch verstärken – wohnen in Einpersonen- und Ehepaarhaushalten. Generationenhaushalte werden immer seltener, das Leben findet bei Senioren mit zunehmendem Alter immer öfter in Singlehaushalten statt. Verwandte sind oft räumlich weit entfernt und können keine Unterstützung leisten. Dennoch ist das Verbleiben in der eigenen Wohnung für viele ältere Menschen ein elementares Anliegen.
Ein Wechsel in Richtung betreutes Wohnen soll sowohl aus persönlichen als auch aus ökonomischen Gründen so lange wie möglich verzögert werden. Die Vereinsamung älterer Personen mit dem Rückgang sozialer Kontakte ist hierbei ein zentrales Hindernis. Mit ansteigendem Alter wächst zusätzlich auch der Bedarf an externer Hilfestellungen und Unterstützungsleistungen unterschiedlichster Art, wobei hier ein Zukunftstrend besondere Beachtung finden sollte, nämlich die deutliche Zunahme dementieller Erkrankungen älterer Menschen.

Projektziele

Diese sozialen und medizinischen Entwicklungen sind nicht nur für die sozialen Sicherungssysteme und deren Finanzierung von Interesse, sondern zunehmend auch für die Wohnungswirtschaft und die Systemanbieter. Um das Ziel, im Alter einen möglichst langen Zeitraum in der eigenen Wohnung leben zu können, zu unterstützen, wächst der Bedarf an Dienstleistungen und technischen Ensembles in der häuslichen Umgebung. Unterstützend wirkt hier die Tatsache, das bereits jetzt der Anteil an technisch vorgebildeten älteren Personen steigt. Dieser Trend wird sich aufgrund der demografischen Gegebenheiten weiter verstärken.

Darauf aufbauend ist das Ziel des Projektvorhabens die Entwicklung seniorengerechter Kommunikationszentralen unter Verwendung von Fernsehgeräten und geeigneter Peripherie, mit dem Fernseher als visuellen Mittelpunkt.

Es wird eine technische Schnittstelle definiert, an der Kommunikationstechnik, Gebäudetechnik und Informationstechnik zur Alltagsunterstützung von alleinstehenden Senioren sowie dementiell gefährdeten Personen zusammengeführt wird.

Hierbei ist bei der Zielgruppe Senioren auf eine möglichst geringe Veränderung im persönlichen Umfeld zu achten. In Vorarbeiten wurden durch das Institut für Energie und Gebäude erste Erkenntnisse gesammelt. Danach gilt es die nachfolgend genannten Zielvorgaben zu erreichen, unter Voraussetzung einer einwandfrei funktionierenden, unauffälligen und einfach zu bedienenden technischen Lösung:

  • Erhalt der Selbständigkeit älterer Menschen in der eigenen Wohnung und im eigenen Haushalt
  • Herauslösung aus der bestehenden Isolation durch Nutzung technischer Angebote
  • Unterstützung älterer Menschen im täglichen Leben durch Serviceangebote und Information
  • Erhöhung der Lebensqualität; Unterstützung der pflegerischen und soziale Betreuung
  • Entlastung von Pflegepersonal und Angehörigen; Effizienzsteigerung der sozialen Dienste
  • Integration von visueller Kommunikation im eigenen Wohnzimmer nach Extern


Diese technische Lösung findet sich in der Nutzung des einzigen technischen Gerätes, das neben dem Telefon in Akzeptanz und Präsenz seinen Platz im Leben fast aller Senioren gefunden hat – dem Fernseher. Mittels Einsatz von geeigneter, an den Fernseher angebundener Peripherie – von Multimedia-Komponenten bis zur Funkschnittstelle – konnte bewiesen werden, dass es möglich ist, unter Berücksichtigung eines seniorengerechten Umfeldes den Fernseher für diese Zielgruppe noch wertvoller zu machen.

Hier setzte dieses Forschungsvorhaben an.

Es entwickelte aufbauend auf bestehende Erfahrungen in einem Projekt mit sozialem Schwerpunkt (Akzeptanz des Angebotes von Dienstleistungen) die technische Umgebung für eine seniorengerechte Kommunikation mit Schwerpunkt Fernsehnutzung weiter.

Dies geschah in folgenden Bereichen:

  • Die aktive Zentrale für visuelle Kommunikation, der Fernseher, bedarf einiger handelsüblicher Zusatzgeräte. Diese zu ökonomisieren und sie und ihre Emissionen zu minimieren ist ein elementarer Bestandteil weitergehender Akzeptanz.
  • Die Gewährleistung von persönlicher Sicherheit spielt eine große Rolle bei älteren allein stehenden Menschen. Der Einsatz und die seniorengerechte Anbindung von Sicherheitselementen (von Notrufsystem bis zu Sicherheitskomponenten bei Unfällen im Haushalt) auch für altersdemente Personen gilt es weiter auszubauen und zu überprüfen.
  • Die bisher genutzte, da überall verfügbare, ISDN-Leitung als Weg zur Anbindung des Fernsehers an die Außenwelt soll überprüft und verbessert genutzt werden. Zudem sind Tests mit anderen Kommunikationswegen (A-DSL, Kabel, Satellit) durchgeführt worden, um einen eventuell in der Breite der Anwendung geeigneteren Kommunikationsweg zu ermitteln.

Bei all den genannten Punkten musste auf die Beibehaltung des seniorengerechten Standards geachtet werden, was eine besondere Herausforderung und auch ein Alleinstellungsmerkmal für dieses Forschungsvorhaben darstellte. Mit den oben definierten Zielen des Forschungsprojektes wird die Voraussetzung geschaffen, den Fernseher und hierfür geeignete Peripherie als geeignete interaktive Schnittstelle für Senioren zu etablieren, um die Isolation der Menschen aufzubrechen und eine aktive Teilnahme am Leben außerhalb der Wohnung zu initiieren.

 
Flyer Sekom

 

Weitere Infos zu SeKom können Sie erhalten bei:

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen NITSCHKE

Institut für Energie und Gebäude (ieg)
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Keßlerplatz 12
90489 Nürnberg
Tel.: 0911-5880-1845
Fax: 0911-5880-5845

Email: juergen.nitschke@fh-nuernberg.de

Veranstalter: VDI-GBG, ieg, DKV