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Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Nürnberg
Fakultät Betriebswirtschaft

Studienschwerpunkt Gesundheitsökonomie ist jetzt komplett eingerichtet

Seit dem Wintersemester 2008/09 gibt es die Möglichkeit, an der Fakultät Betriebswirtschaft den Studienschwerpunkt "Gesundheitsökonomie" zu wählen. Für den Gesundheitsmarkt sollen fundiert denkende Ökonomen ausgebildet werden, die mit ihrem Sachverstand dazu beitragen, dass in Zukunft mehr effiziente Lösungen und weniger Kostendämpfungsmaßnahmen unser Gesundheitswesen prägen. Speziell für den Schwerpunkt wurde am Klinikum Neumarkt ein eigenes Studienzentrum errichtet. Nun ist auch die dazugehörige Stiftungsprofessur, die von den Firmen Bionorica, Neumarkter Lammsbräu, der Sparkasse Neumarkt-Parsberg und dem Klinikum unterstützt wird, besetzt. Prof. Dr. Frank-Ulrich Fricke, seit September in Neumarkt, schreibt, wie er sich die Entwicklung des Schwerpunkts vorstellt.

Im Rahmen des Studienschwerpunkts werden die Grundlagen für eine berufliche Zukunft im Gesundheitsmarkt gelegt. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit den Instrumenten und Methoden der Gesundheitsökonomie, mit den Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens und mit den Gesundheitssystemen anderer Länder. In einer weiteren Veranstaltung des Schwerpunkts werden Spezialprobleme des Gesundheitswesens diskutiert, wie sie sich derzeit aus der aktuellen Tagesdiskussion ergeben, und in Bezug zu den erarbeiteten Lernstoffen gesetzt. Darüber hinaus  werden die Themen Prävention und Ernährung und ihre Auswirkungen auf den Versorgungsbedarf und Versorgungsalltag in eigenen Veranstaltungen behandelt.

Die Instrumente und Methoden der Gesundheitsökonomie – dazu zählen etwa verschiedene Formen der gesundheitsökonomischen Evaluation, entscheidungsanalytische Modelle oder die Bewältigung von Unsicherheit im Rahmen von Modellbetrachtungen – versetzen die Studierenden im Fächerschwerpunkt in die Lage, sich mit analytischen Fragen zur Versorgung und ihrer Gestaltung auf der Mikro- und der Makroebene auseinanderzusetzen. Besonderen Wert legen die Dozenten auf Fallstudien und die Anwendung des Gelernten in Übungsfällen.

Gesundheitsökonomische Analyse auf der Mikro- oder der Makroebene wird im deutschen Kontext nur möglich sein, wenn der Rahmen des deutschen Gesundheitssystems bekannt ist. Daher werden die Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheitswesens in einer gesonderten Veranstaltung vorgestellt und kritisch diskutiert. Institutionen, Funktionsweisen und Prozesse werden in den Versorgungskontext gestellt und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Versorgungsalltag diskutiert.

 "Denken heißt vergleichen", sagt Walter Rathenau. Das ist gilt auch für die Analyse und Gestaltung von Gesundheitssystemen. Daher werden in der dritten Veranstaltung des Fächerschwerpunkts Gesundheitssysteme anderer Länder vorgestellt und zum deutschen Gesundheitswesen in Beziehung gesetzt. Zu den Ländern, die behandelt werden, zählen die Schweiz, die Niederlande, Großbritannien und die USA.

In einer weiteren Veranstaltung stellen die Dozenten Spezialprobleme mit aktuellem Tagesbezug vor dem Hintergrund gesundheitsökonomischer Theorie vor und diskutieren sie kritisch, beispielsweise die Versorgungsforschung und ihre Bedeutung für die Gestaltung des deutschen Gesundheitswesens oder die Diskussion um die Kosten-Nutzen-Analyse des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Verschiedene Akteure im deutschen Gesundheitswesen werden ihre Positionen direkt vorzustellen und mit den Studierenden des Schwerpunkts diskutieren. Als Besucher haben sich Dr. Alric Rüther, Leiter des Ressorts Versorgungsqualität beim IQWiG, und Dr. Steffen Wahler, Geschäftsführer Gesundheitsökonomie des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) bereits angekündigt.

Mit diesem Fächerkanon wird den Studierenden die Gelegenheit gegeben, die gesamte Bandbreite des Faches und der möglichen Fragestellungen und Arbeitsgebiete kennen zu lernen. Im weiteren Ausbau des Standorts Neumarkt und des Schwerpunkts Gesundheitsökonomie werden dann nach und nach diese Spezialgebiete zur Vertiefung weiter entwickelt und – entsprechendes Interesse vorausgesetzt – angeboten.


Prof. Dr. Frank-Ulrich Fricke


Der Studienschwerpunkt Gesundheitsökonomie wird gefördert von

durch Finanzierung einer Stiftungsprofessur sowie Bereitstellung eines Hörsaalgebäudes samt hochschuladäquater Ausstattung.

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